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Da waren’s plötzlich 0b101 (bzw. 5)

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Von Uberspace habe ich (Daniel) auf kuriosem Wege erfahren. Kurz nach dem CCC-Congress 27c3 in Berlin twitterte ich über Daniel J. Bernsteins Vortrag „High-speed high-security cryptography: encrypting and authenticating the whole Internet“ und landete daraufhin wohl auf Jonas Radar. Den noch jungen @ubernauten-Account fand ich kurz darauf durch Zufall unter meinen Followern und klickte neugierig auf den Link, den man bei Twitter als Webseite hinterlegen kann. Ich war unendlich begeistert von der Idee, Webhosting mal anders zu machen und der Art, wie Uberspace mich als Nerd direkt angesprochen hat. Also klickte ich mir einen Account, schaute mich um, probierte aus und nahm kurzerhand Kontakt mit Jonas auf, um meine Begeisterung abzuladen und dem gerade gestarteten Projekt „Uberspace“ viel Erfolg zu wünschen.

Und so kam es, dass wir von unverschlüsselten Direct Messages bei Twitter zu natürlich mit GPG verschlüsselten Mails schwenkten, bis wir schlussendlich regelmäßig via Jabber (natürlich mit OTR) in Kontakt standen. Man tauschte sich aus und ich bekam immer mal wieder kurze Erfolgsmeldungen, dass Uberspace wohl einen Nerv getroffen haben musste: Die User wurden mehr, nahezu jeder war begeistert, endlich eine anständige Shell zu bekommen, um nicht mehr in kruden Webhosting-Panels herumklicken zu müssen. Ich war seinerzeit noch in der Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration und so gerne ich auch für meinen damaligen Ausbilder gearbeitet habe: Irgendwann einmal für Uberspace zu arbeiten, habe ich mir durchaus vorstellen können.

Die vergangene Oktober-Woche habe ich auf die Einladung von Jonas hin in Mainz verbracht – meine erste Woche als Mitarbeiter von uberspace.de. Und es war toll: Die Arbeitszeiten decken sich mit denen meiner inneren Uhr – es gibt nämlich keine. Als ohnehin ständig erreichbarer Nerd kümmere ich mich seit dem 15. Oktober zu allen erdenklichen Uhrzeiten (gut, vielleicht nicht gerade früh morgens) um die Support-Anfragen unserer Uberspace-User.

Verbrachte ich den ersten Tag nach größtenteils damit, mir die Infrastruktur und die Scripte zur Verwaltung der Uberspace-Accounts erklären zu lassen, registrierte ich nach einigen Stunden die ersten Domains und nahm mir auch gleich die ersten Anfragen von Uberspace-Usern vor. Den Tag darauf leistete uns Boni Gesellschaft, es gab leckere Brötchen und so saßen wir zu dritt an unseren Notebooks und sorgten für zügige Antworten im Ticketsystem.

Immer wieder wurden mir immer neue Tipps gegeben, Features vom Request Tracker gezeigt und kleinere Kniffe im Domainrobot verraten, die die doch hin und wieder nervigen Einarten von Domainregistrierungen erheblich vereinfachen.

Den Freitag machten wir uns verhältnismäßig früh gegen 12 auf den Weg in Richtung Frankfurt, um einen Blick auf die beiden Rechenzentrums-Standorte zu werfen. Auch wenn ich aus NRW kommend nur bei größeren Umbauten im Rechenzentrum gebraucht werde, sollte man doch zumindest alles mal gesehen haben. Und als Technik-Interessierter ist so ein Einblick in einem bis dato fremde Rechenzentren ohnehin immer ein Neugierde-Auslöser.

Zuerst stand die Databurg auf dem Plan, in der wir als Plusline-Kunde einige Racks angemietet haben. Einen Kaffee und eine Strassenbahnverbindung später fanden wir uns dann bei rh-tec ein, deren Rechenzentrum wir in letzter Zeit vermehrt mit neuen Uberspace-Hosts ausstatten. Die saubere Verkabelung fiel mir bei sämtlichen Racks an beiden Standorten direkt ins Auge, obwohl wir von Boni vorgewarnt wurden, dass er damit noch nicht zu 100% zufrieden ist. Der Eindruck von beiden Standorten war mehr als gut und ich bereue es doch ein wenig, so weit weg zu wohnen, dass es sich für kleinere Arbeiten nicht lohnen wird, extra mit dem ICE nach Frankfurt zu pendeln. Gegen 16 Uhr endete die erste Uberspace-Woche allerdings auch schon und etwa 150 Minuten später fand ich mich bereits am Düsseldorfer Hauptbahnhof wieder, um das Wochenende anklingen zu lassen.

Als Nerd, der sich größtenteils aus dem Backofen und in Imbissbuden ernährt, war retrospektiv übrigens auch das zumeist selbstgekochte Essen der vergangenen Woche mehr als erwähnenswert.

Ich freu mich drauf, bei Uberspace zu arbeiten. Und auf alles, was noch kommen mag.

(Auch) darum machen wir Uberspace.de

Sonntag, 29. April 2012

Manchmal sind wir fast etwas überrascht davon, dass offenbar als Besonderheit Nr. 1 von Uberspace.de ausgerechnet das freie Preismodell gesehen wird, das wir eigentlich eher als Nebenschauplatz gesehen hatten – und das vornehmlich aus der Bequemlichkeit heraus entstanden ist, nicht ständig über „warum kostet dieses und jenes so und so viel, und woanders kostet das aber so und so viel“ diskutieren zu müssen. Eigentlich lag unser Hauptanliegen vielmehr darin, mal etwas angstfreier damit umzugehen, Usern eine „echte Shell“ an die Hand zu geben, statt eines Webinterfaces, das einem bei dem, was man so machen will, eher hinderlich im Weg steht – und so auch ein bisschen mehr den „Spaß am Gerät“ zu wecken und zu zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten mit Linux so sind.

Um so schöner, wenn dann in einer Supportmail auch mal so etwas zu lesen ist (vielen Dank an den Autor, dass wir ihn zitieren dürfen):

Jetzt mal im Ernst: Ich erinnere mich noch daran, dass ich dir vor einem Jahr geschrieben habe, dass das Tolle an Uberspace das Erfassen der Zusammenhänge ist. Das macht es auch weiterhin so spannend, euer Kunde zu sein, während man sich irgendwann an Confixx sattgesehen hat. Nun bin ich zwar immer noch kein Profi geworden (das habe ich jetzt zwei-, nein, dreimal eindrucksvoll bewiesen), dafür habt ihr mir die Berührungsängste, die ich gegenüber Linux hegte, genommen, auch im Desktopbereich. Allein dafür bin ich froh, dass es euch gibt. Danke.

Raketengeschichten

Freitag, 24. Februar 2012

Auf unserer Hosting-Plattform Uberspace.de gibt’s eine neue Rakete im Logo. Gleich vorweg, hier der Vorher-Nachher-Vergleich:

alt neu

Ein bisschen runder, ein Fenster mit Aussicht (wer braucht das nicht!), aber vor allem: Nun wirklich in keinster Weise mehr mit einer Tim-und-Struppi-Rakete verwechselbar.

Wir hatten das auch zuvor nicht wirklich gesehen. Unsere Rakete war ein selbstgezeichneter Entwurf eines Grafikers bei web://contact, der nicht auf der besagten Rakete basierte, sondern vielmehr Anlehnung an die klassische Aggregat 4 (auch bekannt als „V-2“) nahm – ein weithin bekanntes Design von Wernher von Braun von 1939, das offenbar auch Tim-und-Struppi-Zeichner Hergé als Inspiration diente:

… An unmanned subscale prototype of the rocket — the „X-FLR6“, resembling a V-2 rocket — is launched on a circumlunar mission to photograph the far side of the Moon …

Aus unserer Sicht bestand hier auch eine deutliche Abgrenzung – ein anderes Karomuster (2×2 statt 5×2), keine schwarzen Trennlinien zwischen den Karos, ein deutlich anderes Größenverhältnis zwischen Korpus und Flügeln … aber dennoch bekamen wir dann kürzlich Post des Verlags, der die Rechte an den Tim-und-Struppi-Cartoons hält, mit dem Hinweis auf eine unberechtigte Verwendung von Elementen des von Hergé gezeichneten Cartoons und der Aufforderung, jene zu entfernen.

Wir haben dies lange im Team und auch mit der Designagentur besprochen. Einerseits sind wir überzeugt davon, hier keine Rechtsverletzung begangen zu haben – nicht zuletzt, weil das Design, an dessen unsere Rakete Anlehnung fand, schon deutlich älter war ist als der betreffende Cartoon, und weil der Verlag wohl kaum Rechte an jeglicher gezeichneter Comic-Rakete haben kann, selbst dann nicht, wenn sie rot ist. Oder eben auch Karos hat. Andererseits haben wir auch kein Interesse an einem langwierigen und kostenintensiven Rechtsstreit, dessen Ausgang – subjektiv wie solche grafischen Bewertungen nun mal sind – für beide Seiten ungewiss sein dürfte. Last but not least trat der Verlag nicht über eine Anwaltskanzlei mit einer teuren Kostennote und hohen Schadensersatzforderung an uns heran, sondern mit einem eigenen Schreiben mit der schlichten Aufforderung, die beanstandete Rakete zu entfernen und zuzusichern, sie künftig nicht mehr zu verwenden. Heutzutage, wo man ja eigentlich mit allem, was man im Web veröffentlicht, schon mit einem Bein im Knast steht, fanden wir das einen ausgesprochen fairen und seriösen Umgang, den wir mit einem entsprechenden Entgegenkommen auch würdigen wollten.

Rechtsanwalt Jochen Kuschert, der in unserem Auftrag die Situation rechtlich einschätzte, ergänzte seine Stellungnahme mit einer Anmerkung, die weniger der konkreten Rechtsprechung, sondern wohl eher der juristischen Alltagserfahrung geschuldet ist:

Möglich und oft auch üblich ist aber auch, dass von Rechteinhaber vorschnell oder „bewusst“ nicht existierende Ansprüche geltend gemacht werden, um möglichst viel „Freiraum“ zwischen den eigenen Werken und anderen Werken zu schaffen. Denn die rechtlichen Unwägbarkeiten bestehen auf beiden Seiten.

Wir haben daraufhin entschieden, eine Änderung des Designs unserer Rakete zu beauftragen, die seit heute morgen sowohl im Logo als auch im Fuß der Seite entsprechend ausgewechselt wurde. Unser Antwortschreiben an den Verlag dokumentieren wir hier:

Dear […],

thanks a lot for contacting us.

We’re really sorry to hear that you consider the Uberspace.de rocket as a look-alike of the TINTIN rocket from the HERGE comic strip series. Please be assured that we’re trying to solve your concerns in all conscience.

Simply said, the Uberspace.de rocket is not based on the TINTIN rocket, and it differs from it in many aspects:

The TINTIN rocket, for example, …

– has a 5×2 tile set
– uses black lines to separate the tiles from each other
– has enormous wings
– has an antenna at the top

However, the Uberspace.de rocket …

– has a 2×2 tile set
– doesn’t use black lines to separate the tiles
– has much smaller wings
– does not have an antenna at the top

The Uberspace.de rocket resembles the design of the well-known „Aggregat 4“ rocket used in World War II, also known as „V2“, which is a Wernher von Braun design from 1939 and thus nearly 15 years older than the creation of HERGE.

It’s obvious that HERGE has been heavily inspired by the V2, too, but in fact it would be hard to make a comic adaption of the V2 that would *not* have some similarities with the TINTIN rocket.

While we really feel confident that the Uberspace.de rocket isn’t a TINTIN rocket look-alike, we clearly understand that you’d prefer a design which has more „distance“ from the TINTIN rocket. As we’re not interested in a legal dispute – especially because many of our team members are fans of the TINTIN comics, including myself – we have worked together with our designers to create a new rocket for use in both our logo as well as in our footer image.

The new rocket design:

– still differs in all aspects mentioned above
– has an even more different shape with a heavily rounded down top (while the TINTIN rocket has a spiky top)
– stretches the 2×2 tile set throughout the rocket’s body (while the TINTIN rocket encloses its 5×2 tile set by a top and bottom which is completely red)
– adds a black bull’s-eye (which the TINTIN rocket doesn’t have at all)

Summarized, the modified Uberspace.de rocket now has even larger differences from the TINTIN rocket, and we’re pretty sure that nobody would falsely identify the Uberspace.de rocket as a TINTIN rocket.

That being said: While we can provide you with a written undertaking that we won’t, at any time in the future, use any image of a rocket that *might* be mistaken for a TINTIN rocket by an untrained eye, we really can’t acknowledge an injunctive relief against the use of any strip, character, name and symbol, as we have never used (or misused) one of these in the past.

I therefore propose the following phrase:

„I, Jonas Pasche, will not, at any time in the future, use any image of a rocket that might be mistaken for a TINTIN rocket.“

Please let me know if you agree with that phrase or if you still have any concerns.

Best regards,
Jonas Pasche

Wir werden sehen, ob die Angelegenheit damit erfolgreich abgeschlossen werden kann oder nicht.

Falsche Freunde: Wie man SEO nicht macht

Donnerstag, 31. März 2011

Anfang der Woche erhielten wir eine knappe Mail eines Herrn Etzler von WebOptimizer24 (jaja, nofollow gesetzt, keine Sorge), der uns zu unserer vor kurzer Zeit gestarteten Hosting-Plattform Uberspace.de mit einem herzlichen „Respekt!“ bedachte und – vermutlich rhethorisch – fragte, warum er bisher noch nichts von uns gehört habe. In Feierabendlaune nannte ich eine Reihe von Gründen, darunter ein offensichtliches „uns gibt es erst seit Anfang des Jahres“, aber auch ein etwas augenzwinkerndes „Wir lassen die Finger von SEO“. Hätte ich doch nur geahnt, dass Herr Etzler dies offenbar als Aufforderung angesehen hat …

Ganz kurz für diejenigen, die mit dem Begriff „SEO“ nichts anfangen können: Er steht für „Search Engine Optimization“, also kurz gesagt für alle Techniken, die dafür sorgen, in Suchmaschinen weiter oben zu stehen. Suchmaschinen arbeiten schließlich mit komplexen Algorithmen, die versuchen, durch Inhaltsanalyse, vor allem aber auch durch Querverlinkungen herauszufinden, welche Inhalte eine gute Bewertung wert sind und welche nicht. Es liegt nahe, dass einige Unternehmen das sportlich sehen und wahlweise versuchen, diese Algorithmen auszureizen – oder auch auszutricksen. Insofern gibt es fließende Grenzen zwischen, nennen wir es mal, „gutem SEO“ und „bösem SEO„. Einer unserer Kunden, der – durchaus sehr erfolgreich – in diesem Bereich arbeitet, bringt „gutes SEO“ auf den erfrischend einfachen Punkt:

Das beste und meiner Meinung nach einzige SEO ist und bleibt: Schaffe guten Content oder wertige Inhalte, der Rest kommt von alleine.

Bis hierhin habe ich nichts einzuwenden: Wer das Netz mit interessanten Inhalten bereichert, hat es durchaus verdient, höher gerankt zu werden – wobei das eben weniger eine Geheimwissenschaft ist als vielmehr sehr viel Arbeit. Arbeit, die wir jedoch gerne auf uns nehmen.

Überrascht war ich nun, als ich zufällig auf ein Review über Uberspace.de bei Qype stieß, das ich leider nicht mehr verlinken kann, weil es nach dieser ganzen Aktion gelöscht worden ist – aber einen Screenshot habe ich noch rechtzeitig angefertigt. Ein Qype-User mit dem wohlklingend-generischen Namen „giuliaalpha“ lobte Uberspace.de in den Himmel und beschrieb unter anderem:

In meinem Fall ist es so, dass drei sog. Langzeitarbeitslose aus unserem Unterstützungsverein eine Geschäftsidee für das Internet hatten. Zu scheitern drohte die wirklich gute Idee an den Kosten für das Webhosting und die Programmierung der Webseite.
Dank uberspace konnte das Projekt trotz der sehr bescheidenen finanziellen Mittel online gehen. Inzwischen werden schon gute Umsätze erzielt und – so funktioniert das Konzept – jeden Monat natürlich mehr als der Mindest-Euro überwiesen.

Man könnte meinen, das wäre aus unserer Konzeption abgeschrieben, so perfekt passt es zu unserem „Zahl, soviel du für angemessen hältst“-Konzept. Der Haken ist: Uberspace.de ist erst ab dem 01.04.2011 kostenpflichtig – zum Zeitpunkt dieses Blogposts wäre das … morgen. Es ist also völliger Blödsinn, wenn „giuliaalpha“ schreibt, es würde „jeden Monat natürlich mehr als der Mindest-Euro überwiesen“ – und auch sonst enthielt das Review noch einige andere Merkwürdigkeiten. Wer sich für die Details interessiert, kann das komplette Review wie gesagt im Screenshot noch einsehen.

Und noch etwas ist in dem Review interessant:

Die Webseite wurde Pro Bono von Herrn Etzler von der Firma WebOptimizer24.de in München erstellt. Bitte sehen Sie sich auch meine Bewertung dafür an.

Ach. Jener Herr Etzler, der dem Arbeitslosenprojekt in seiner Herzensgüte die Website kostenlos erstellt? Dem Projekt, das angeblich schon seit Monaten bei Uberspace.de läuft, während Herr Etzler erst vor wenigen Tagen von Uberspace.de erfahren hat? Sorry, aber wer hier an einen Zufall glaubt, der glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann. Vor allem, weil „giuliaalpha“ ein brandneuer Account ist, ohne öffentliches Profil, der genau zwei Reviews verfasst hat: Eins über uns, und eins über WebOptimizer24. D’Oh.

Wie man im Screenshot ebenfalls gut sehen kann, haben wir eine öffentliche Replik dazu geschrieben, mit dem Tenor: „Wir freuen uns natürlich über positive Reviews, aber echt sollten sie bitte schon sein – und dieses hier ist es eben nicht. Probiert uns doch bitte selbst aus und bildet euch ein eigenes Urteil.“ Wir haben uns vorher mit einigen Usern und auch im Team beraten und hielten das für die bessere Reaktion, als bei Qype dafür zu sorgen, das Fake-Review einfach verschwinden zu lassen.

Man möchte einwenden, dass es uns doch egal sein könnte, beziehungsweise dass wir uns doch einfach freuen könnten, wenn uns jemand mit einem positiven Review bedenkt – Stichwort „Weiß doch keiner, dass das nicht echt ist“. Stimmt aber nicht. Wir wissen es. Wir arbeiten hart dafür, uns echte Reputation zu verdienen: Wer für schnellen Support gelobt werden will, muss eben erstmal schnellen Support leisten; wer für seine saubere Serverkonfiguration Lob ernten will, muss eben seine Server sauber konfigurieren. Wir bezahlen niemanden für positive Äußerungen über Uberspace.de – und in diesem Punkt sind wir pingelig: Wenn Dritte falsch-positive Reviews über uns verfassen, wirft das ein schlechtes Licht auf uns, weil es den Eindruck erweckt (oder zumindest erwecken könnte), dass wir uns unsere Reputation nicht zu verdienen, sondern zu erkaufen versuchen. Davon distanzieren wir uns klar.

Nun, wenig überraschend war unsere öffentliche Replik kurz darauf verschwunden. Dafür erhielt ich von „giuliaalpha“ eine Direktnachricht via Qype, die ich nun eben leider nicht zitieren kann, ohne dabei die Vertraulichkeit zu brechen. Insofern müssen wir darauf vertrauen, dass uns der folgende Teil schlicht geglaubt wird – keine Sorge, es kommt gleich noch ein unterhaltsames Ende, das hier bei einer Einschätzung helfen könnte.

Natürlich war das alles ein großes Missverständnis, das „Giulia“ außerordentlich bedauert. Sie hat meine öffentliche Richtigstellung auch gleich zum Anlass genommen, ihr Review durch eine entsprechende Ergänzung zu korrigieren, von der ich ebenfalls einen Screenshot angefertigt habe, da die Korrektur zusammen mit dem Review mittlerweile natürlich auch gelöscht wurde. Um mal den relevanten Teil direkt zu zitieren:

Das Lob, das ich hier für uberspace.de ausgesprochen habe, hat den Praxistest noch nicht bestanden. Ich habe die Infos über diesen Webhoster per Mail erhalten, damit wir in ZUKUNFT diesen Anbieter nutzen bzw, unseren Mitgliedern empfehlen können. […] Richtig ist, dass die o.g. Projekte bei einem anderen Webhoster untergebracht wurden zu speziell ausgehandelten Sonderkonditionen […]“

Aha. Soso. Naja, klar: Einen Anbieter, mit dem man Sonderkonditionen aushandelt, und einen Anbieter, der bisher noch überhaupt gar kein Geld genommen hat – da kann man schon mal was verwechseln. Vor allem, wenn man so detailliert unser Konzept des frei wählbaren Preises in seiner praktischen Anwendung dokumentiert, während man tatsächlich überhaupt nicht bei uns hostet.

Der eigentliche Klopper kam dann aber in der Mail, und es erscheint mir ausnahmsweise angemessen, für einen einzigen Satz meine ansonsten eiserne Regel zu brechen, nicht ungefragt aus an mich persönlichen gerichteten Mails zu zitieren. Aber bitte, Giulia, verklag mich doch:

Und noch ein Mißverständnis muss ich ausräumen: Unser Projekt für Menschen, die es wirklich nicht einfach haben, hat gar keinen Webauftritt.

Do legst di nieder..! Es ist also nicht nur das Review zu Uberspace.de frei erfunden; auch die Korrektur von wegen „in Wirklichkeit hosten wir bei einem anderen Anbieter“ hat’s nicht so mit der Wahrheit. Und weil’s so schön ist, ist damit auch gleich die Information, dass WebOptimizer24 generös die Website des Arbeitslosenprojekts kostenlos gestaltet hat, mit weggewischt. Das hat sie natürlich nicht öffentlich geschrieben.

Entsprechend deutliche Worte habe ich in meiner Antwortmail an Giulia gefunden:

Das ist doch nicht dein Ernst, dass das ein „Missverständnis“ war. Zwischen „Unser Projekt hat gar keinen Webauftritt“ und „Das Projekt konnte bei Uberspace.de online gehen und der Telefonsupport war super und wir bezahlen jeden Monat Geld“ liegt kein „Missverständnis“, sondern das eine macht das andere zu einer fetten Lüge.

Zugegeben: Nicht sehr freundlich, aber Hand aufs Herz: Auf den Punkt. Ist doch wahr. Und weil es mir stinkt, wenn Leute glauben, mich für dumm verkaufen zu können, ergänzte ich noch kühl:

Wenn du nicht an deinen öffentlichen Äußerungen gemessen werden willst, äußere dich nicht öffentlich.

Besondere Aggressionen rief bei mir hervor, dass „Giulia“ sich darüber beklagte, ich hätte mit meiner öffentlichen Replik WebOptimizer24 in ein schlechtes Licht gerückt (Ach!), und das, obwohl die doch wirklich nichts für ihren Fehler könnten. Um hier nochmal aus ihrer eigenen (öffentlichen) Korrektur zu zitieren:

Für diesen Irrtum kann ich mich nur entschuldigen. Ich bin halt keine Internet-Fachfrau und habe mich wohl in den Begriffen Webspace, uberspace, Webhoster und Webprovider verheddert. Hinzu kam die Begeisterung, dass Unternehmen tatkräftig Langzeitarbeitlose unterstützen und aus dem Hartz IV Kreislauf heraushelfen.

Herrje, gleich muss ich weinen. Vor Begeistung Begriffe verwechselt. Klar, „Webspace, uberspace, Webhoster und Webprovider“, bei sovielen AdWords kann man schon mal den Überblick verlieren. Und was mich besonders aufregt: Dieser ständige Hinweis auf das ach so tolle Projekt. Völlig unbenommen, ob dieses Projekt für Langzeitarbeitslose nun existiert (wünschenswert wär’s ja) oder nur kreativ von einem SEO-Spammer, der gerne die Tränendrüse bedient, aus den Fingern gesaugt wurde: Selbst noch soviel Engagement „für die gute Sache“ rechtfertigt keine öffentliche Lüge, schon gar nicht, wenn diese völlig unnötig ist.

Inzwischen klingelte mein Telefon – Qype meldete sich. Das ist erstmal ein ganz normaler Vorgang: Da ich mich gestern zwecks „offizieller“ Reaktion zu dem Review als „Das ist mein Geschäft“-User bei Qype angemeldet habe, erfolgt kurz darauf eine telefonische Verifikation. Ist ja auch gut so.

Der Qype-Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung war ausgesprochen launig drauf. Er hatte erfreulicherweise das Review sowie meine Replik bereits gelesen und äußerte sich regelrecht amüsiert zu dem Vorgang – und fand, ich habe mit der offenen Reaktion auch die beste Möglichkeit einer Replik gewählt. Gerade für ein Unternehmen wie Qype, das ja auch schnell ein Glaubwürdigkeitsproblem bekommt, wenn sich dort SEO-Spammer-Kommentare zwischen die echten Reviews mogeln, ist es ja in besonderer Weise wichtig, das eigene System sauberzuhalten. Gut, er war zugegebenermaßen nicht ganz glücklich darüber, dass ich in meiner Replik zufällig mitlesende Ubernauten gebeten habe, wenn dann doch bitte in ihren eigenen Blogs über Uberspace.de zu berichten und dann auch öffentlich mit dem eigenen Namen dafür einzustehen. Aber konnte nicht verhehlen, dass er auch ein gewisses Verständnis für meine Äußerung hatte, gerade angesichts des Vorfalls.

Nun ist das Review also plötzlich wieder weg. Ich weiß nicht, ob Qype es entfernt hat, was auch durchaus nachvollziehbar wäre; nicht nur, weil es einerseits nachweislich erfunden war, sondern auch, weil es andererseits nach der „Korrektur“ nun auch wirklich keine Silbe mehr mit Uberspace.de zu tun hatte. Aber ich tippe darauf, dass „Giulia“ es selbst gelöscht hat. Es kam nämlich noch eine Antwortmail von ihr. Und weil ich mit sowas gerechnet habe, ließ ich meine Nachricht an sie mit den Worten enden:

Ich weise sicherheitshalber darauf hin, dass ich mir vorbehalte, Auszüge aus weiteren Antworten von dir, die du an mich direkt sendest, ebenfalls öffentlich zu machen. Wenn du damit nicht einverstanden bist, sende mir bitte keine weiteren Nachrichten.

Insofern kann ich jetzt nur kalt lächelnd mit einem „she deserved it“ schließen und wünsche viel Vernügen:

Werter Jonas,

schade, dass Ihr Projekt wohl noch sehr im Anfangsstadium ist, denn Sie haben offensichtlich zu viel Zeit, viel zu viel Zeit. Jede Zeile einer Mail bzw. Posting akribisch zu analysieren, zeugt entweder von extremer Langeweile oder schlimmeren Eigenschaften

Wenn ich mir Ihre Kommenatre ansehe, haben Sie entweder meine Zeilen nicht richtig gelesen, nicht richtig erfasst oder haben andere Absichten. Ich tippe auf letzteres.

Die Frage ist auch, ob Sie tatsächlich zu überspace gehören, denn Ihr Profilbild ist ja nichts weiter als ein pixeliges Irgendwas-Firmenlogo und sicher keine Originaldatei. Das könnte natürlich auch das Werk eines unterbeschäftigten Mitbewerbers sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Unternehmer sein eigenes Firmenlogo so verunstaltet.

Wie dem auch sei: Nachdem Sie mich als Lügnerin bezeichnen, ich meine Zeit lieber besser nutze, als für Ihre kindlichen Clownerien und auch keine Brieffreundschaft suche, ist dieser Zeilenwechsel von meiner Seite aus beendet.

Aufrichtig gute Besserung wünscht
Giulia

Der geneigte Leser möge sich nun sein Urteil selbst bilden.

Wer übrigens noch ein bisschen über WebOptimizer24 erfahren möchte, der kann sich ja diesen launigen Beitrag im Blog von seo-united.de (ja, auch hier nofollow, klar) zu Gemüte führen: H. E. ist neuer SEO Weltmeister! – aber bitte nicht den Kommentar Nr. 3 überlesen, auch wenn man es sonst in puncto Blog-Kommentaren vielleicht eher wie Stephen Fry hält. Es lohnt.


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