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Da waren’s plötzlich 0b101 (bzw. 5)

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Von Uberspace habe ich (Daniel) auf kuriosem Wege erfahren. Kurz nach dem CCC-Congress 27c3 in Berlin twitterte ich über Daniel J. Bernsteins Vortrag „High-speed high-security cryptography: encrypting and authenticating the whole Internet“ und landete daraufhin wohl auf Jonas Radar. Den noch jungen @ubernauten-Account fand ich kurz darauf durch Zufall unter meinen Followern und klickte neugierig auf den Link, den man bei Twitter als Webseite hinterlegen kann. Ich war unendlich begeistert von der Idee, Webhosting mal anders zu machen und der Art, wie Uberspace mich als Nerd direkt angesprochen hat. Also klickte ich mir einen Account, schaute mich um, probierte aus und nahm kurzerhand Kontakt mit Jonas auf, um meine Begeisterung abzuladen und dem gerade gestarteten Projekt „Uberspace“ viel Erfolg zu wünschen.

Und so kam es, dass wir von unverschlüsselten Direct Messages bei Twitter zu natürlich mit GPG verschlüsselten Mails schwenkten, bis wir schlussendlich regelmäßig via Jabber (natürlich mit OTR) in Kontakt standen. Man tauschte sich aus und ich bekam immer mal wieder kurze Erfolgsmeldungen, dass Uberspace wohl einen Nerv getroffen haben musste: Die User wurden mehr, nahezu jeder war begeistert, endlich eine anständige Shell zu bekommen, um nicht mehr in kruden Webhosting-Panels herumklicken zu müssen. Ich war seinerzeit noch in der Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration und so gerne ich auch für meinen damaligen Ausbilder gearbeitet habe: Irgendwann einmal für Uberspace zu arbeiten, habe ich mir durchaus vorstellen können.

Die vergangene Oktober-Woche habe ich auf die Einladung von Jonas hin in Mainz verbracht – meine erste Woche als Mitarbeiter von uberspace.de. Und es war toll: Die Arbeitszeiten decken sich mit denen meiner inneren Uhr – es gibt nämlich keine. Als ohnehin ständig erreichbarer Nerd kümmere ich mich seit dem 15. Oktober zu allen erdenklichen Uhrzeiten (gut, vielleicht nicht gerade früh morgens) um die Support-Anfragen unserer Uberspace-User.

Verbrachte ich den ersten Tag nach größtenteils damit, mir die Infrastruktur und die Scripte zur Verwaltung der Uberspace-Accounts erklären zu lassen, registrierte ich nach einigen Stunden die ersten Domains und nahm mir auch gleich die ersten Anfragen von Uberspace-Usern vor. Den Tag darauf leistete uns Boni Gesellschaft, es gab leckere Brötchen und so saßen wir zu dritt an unseren Notebooks und sorgten für zügige Antworten im Ticketsystem.

Immer wieder wurden mir immer neue Tipps gegeben, Features vom Request Tracker gezeigt und kleinere Kniffe im Domainrobot verraten, die die doch hin und wieder nervigen Einarten von Domainregistrierungen erheblich vereinfachen.

Den Freitag machten wir uns verhältnismäßig früh gegen 12 auf den Weg in Richtung Frankfurt, um einen Blick auf die beiden Rechenzentrums-Standorte zu werfen. Auch wenn ich aus NRW kommend nur bei größeren Umbauten im Rechenzentrum gebraucht werde, sollte man doch zumindest alles mal gesehen haben. Und als Technik-Interessierter ist so ein Einblick in einem bis dato fremde Rechenzentren ohnehin immer ein Neugierde-Auslöser.

Zuerst stand die Databurg auf dem Plan, in der wir als Plusline-Kunde einige Racks angemietet haben. Einen Kaffee und eine Strassenbahnverbindung später fanden wir uns dann bei rh-tec ein, deren Rechenzentrum wir in letzter Zeit vermehrt mit neuen Uberspace-Hosts ausstatten. Die saubere Verkabelung fiel mir bei sämtlichen Racks an beiden Standorten direkt ins Auge, obwohl wir von Boni vorgewarnt wurden, dass er damit noch nicht zu 100% zufrieden ist. Der Eindruck von beiden Standorten war mehr als gut und ich bereue es doch ein wenig, so weit weg zu wohnen, dass es sich für kleinere Arbeiten nicht lohnen wird, extra mit dem ICE nach Frankfurt zu pendeln. Gegen 16 Uhr endete die erste Uberspace-Woche allerdings auch schon und etwa 150 Minuten später fand ich mich bereits am Düsseldorfer Hauptbahnhof wieder, um das Wochenende anklingen zu lassen.

Als Nerd, der sich größtenteils aus dem Backofen und in Imbissbuden ernährt, war retrospektiv übrigens auch das zumeist selbstgekochte Essen der vergangenen Woche mehr als erwähnenswert.

Ich freu mich drauf, bei Uberspace zu arbeiten. Und auf alles, was noch kommen mag.


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